Die Maske- falsche Persönlichkeit

Die Maske- falsche Persönlichkeit

Unter Persönlichkeit versteht man die individuellen Einstellungen, Charaktereigenschaften, Vorlieben, das Temperament, Wertvorstellungen etc. Man kann auch die körperlichen Merkmale, die Intelligenz, die Fitness, oder den Status in der Gesellschaft, das Geschlecht, das Ansehen einer Person, den Familienstand und noch vieles mehr mit heranziehen, um eine Person zu beschreiben. Wichtig ist vielen auch einfach ihr Name, eventuell noch mit einem Titel vorneweg.


Dahinter stecken Menschenbilder, die einer subjektiven Norm entsprechen. Psychisch gestört, psychisch krank, gesellschaftlich unangepasstes und unangemessenes Verhalten sind Wertungen aufgrund einer Norm, die individuell unterschiedlich gesetzt wird. Bestenfalls ist sie gesellschaftlich abgesichert, variiert jedoch von Kulturkreis zu Kulturkreis und von Zeitalter zu Zeitalter. Diese Normen sind also nicht die absolute Wahrheit.
Als „wahr“ wird eine Persönlichkeit deshalb bezeichnet, weil sie dem Lebensplan der Seele entspricht. Sie beschreibt also nicht den „idealen“ Menschen.Damit nähern wir uns auch der Definition der faschen Persönlichkeit. Alle Charaktereigenschaften, die nicht genetisch bedingt sind, entwickeln sich in der Jugend und im frühen Erwachsenenalter aufgrund von Prägungen durch Elternhaus, Schule, Freundeskreis und Gesellschaft. Viele dieser Persönlichkeitsmerkmale werden so von anderen übernommen. Es bildet sich so eine Persönlichkeit, die nicht die eigene ist. Der heranwachsende Mensch weiß es nicht besser.


Dieser Prozess der zunächst „falschen“ Persönlichkeitsbildung ist gewollt. „Falsch“ ist in diesem Sinn keine Wertung, es ist vielmehr nur ein anderes Wort für illusionär.
Die Illusion wird jedoch als sehr real empfunden. Sie bildet damit den notwendigen Kontrast. Erst der Unterschied, das energetische Spannungsfeld zwischen wahrer und falscher Persönlichkeit, lässt Erkenntnis, Bewegung und damit Entwicklung zu.

Allen Prägungen liegen entweder Vereinbarungen zwischen Seelen zugrunde oder sie basieren auf Auswahlentscheidungen der Seele vor der Inkarnation im Leben zwischen den Leben oder sie beruhen auf Entscheidungen, die im Leben getroffen werden, jeden Tag und immer wieder neu. Die Übernahme von Glaubenssätzen anderer (nicht nur religiös gemeint), wohl möglich ungeprüft, aus Angst, weil man brav sein oder dazugehören möchte, oder auch weil man besser oder gar „herausragend“ sein möchte (oder glaubt, es sein zu müssen), gehört für uns alle zur Entwicklung vom Säugling zum Erwachsenen. Es ist die Illusion einer Realität, die uns vorgelebt wird, die uns vermittelt wird und die wir deshalb als die einzig mögliche Realität akzeptieren.

Erst der erwachsene Mensch, der in der Lebensmitte – während der vierten internen Monade, nachdem er Autonomie und Unabhängigkeit gewonnen hat oft erstmals sein Leben reflektiert, erkennt, und das auch wieder ganz individuell, was er wirklich tun möchte, was ihn erfüllt, was ihn wirklich interessiert und was ihm Spaß und Freude macht. Mancher erkennt das jedoch auch nicht und lebt bis zum Lebensende unerfüllt in Unsicherheit und Bedrängnis. Aber auch diese Erfahrung zählt.


Die Erkenntnis, dass wir immer die Wahl haben, entsteht erst, wenn man begriffen hat, dass Loslassen von alten Glaubenssätzen und Erlauben der Vielfalt von Möglichkeiten, die Voraussetzungen für Freiheit sind.

Dazu braucht es die Erfahrung des Gegenteils. Der Mensch und damit auch die Seele lernt durch Kontrast. Die Dualität von richtig und falsch, gut und böse, ist ein Phänomen der physischen Existenz. Nur hier können Erfahrungen damit gemacht werden.


Abhängig vom manifestierten Seelenalter (bei alten Seelen etwas früher, bei kindlichen Seelen etwas später) werden die mit den Persönlichkeitsmerkmalen der falschen Persönlichkeit verbundenen „gelernten“ Glaubenssätze irgendwann, hinterfragt und eventuell verändert. Es sind sicherlich nicht alle Glaubenssätze falsch. Offenheit ist die Voraussetzung für deren Überprüfung. Die erfolgreiche Veränderung, hin zur wahren Persönlichkeit in der zweiten Lebenshälfte, hängt auch ab von der erfolgreichen Bewältigung der Übergänge von Lebensabschnitten.


Die falsche Persönlichkeit ist eine Illusion.


Wir halten sie jedoch für unsere Realität, für die Wahrheit. Sie verleitet uns zu Urteilen und Verurteilungen und bestimmt unsere Entscheidungen und damit unser Handeln, bis wir sie erkennen.

Wir sind selbst verantwortlich für unsere Realität, wir bestimmen sie immer durch unsere Glaubenssätze.

Was wir glauben, wollen wir bestätigen. Das gibt uns die Illusion von Sicherheit. Je mehr wir unsere Ängste erkennen, je offener wir sind für andere Perspektiven, desto eher löst sich die Illusion auf und wir können auf ihre Scheinsicherheit verzichten. Die wahre Persönlichkeit ermöglicht ein Leben in Übereinstimmung mit dem Lebensplan. Auch hier gibt es noch viel zu lernen.

Die positive Entwicklung innerhalb der wahren Persönlichkeit, also die Erfüllung des Lebensplans, ist gekennzeichnet durch die Entwicklung vom negativen zum positiven Pol jedes Persönlichkeitsmerkmals. Ausnahme sind die Haupthindernisse, weil hier auch der positive Pol immer noch von Angst bestimmt wird, allerdings milder. Die gewählten Haupthindernisse können weniger Gewicht, Bedeutung und Dominanz in einem Leben bekommen, sie werden selten völlig überwunden.